Der Ablauf einer PV-Abnahme
Von der ersten Anfrage bis zur Inbetriebnahme – transparent erklärt
Sie fragen sich, was bei einer professionellen PV-Abnahme eigentlich passiert? Hier erklären wir Ihnen den kompletten Ablauf – Schritt für Schritt. So wissen Sie genau, was Sie erwartet und können sich optimal vorbereiten.
Die 8 Schritte der PV-Abnahme
Vom ersten Kontakt bis zur vollständigen Übergabe – so läuft eine professionelle Abnahme ab.
Anfrage & Terminvereinbarung
Was passiert:
- Sie kontaktieren uns per WhatsApp, Telefon oder E-Mail
- Wir besprechen kurz Ihre Anlage (Größe, Komponenten, Standort)
- Gemeinsam finden wir einen passenden Termin
- Sie erhalten eine Terminbestätigung mit Vorbereitungs-Checkliste
Was wir von Ihnen brauchen:
- Angaben zur Anlage (kWp, Modulanzahl, Wechselrichter-Typ)
- Adresse des Installationsorts
- Wunschtermin (Werktags, ca. 2-3 Stunden einplanen)
Vorbereitung Ihrerseits
Ihre Aufgaben:
- Dokumente zusammenstellen (Datenblätter, Stringplan, Rechnungen)
- Zugang zu allen Anlagenteilen sicherstellen (Dach, Keller, Zählerschrank)
- Leiter bereitstellen (falls Dachzugang nötig)
- Anlage sollte komplett montiert sein (wir prüfen, nicht installieren)
Tipp: Nutzen Sie unsere Checkliste für Selbstbauer – dort finden Sie alle Details zur Vorbereitung.
Ankunft & Besprechung
Was passiert:
- Wir kommen zum vereinbarten Termin zu Ihnen
- Kurze Begrüßung und Vorstellung des Ablaufs
- Sie zeigen uns die Anlage und erklären, wer was installiert hat
- Wir sichten gemeinsam Ihre Dokumentation
- Offene Fragen werden direkt geklärt
"Wir möchten verstehen, was Sie gebaut haben – und worauf wir besonders achten sollten."
Sichtprüfung der Anlage
Was wir prüfen:
Auf dem Dach / an den Modulen:
- Korrekte Montage und Befestigung der Module
- Zustand der Module (keine Beschädigungen, Mikrorisse)
- Kabelführung und UV-Schutz der Leitungen
- Steckverbindungen (MC4) – fest eingerastet, trocken, nicht unter Zug
- Erdung / Potentialausgleich der Modulrahmen
Am Wechselrichter:
- Korrekte Montage (Belüftung, Zugänglichkeit)
- DC-Eingänge richtig angeschlossen
- AC-Ausgang fachgerecht verdrahtet
- Überspannungsschutz vorhanden
Im Zählerschrank:
- Leitungsschutzschalter korrekt dimensioniert
- Fehlerstromschutzschalter (RCD) vorhanden
- Zählerplatz vorbereitet oder Zähler montiert
- Beschriftung aller Komponenten
Sicherheitsaspekte:
- Warnhinweise "PV-Anlage" angebracht
- DC-Freischalter vorhanden und erreichbar
- Feuerwehr-Kennzeichnung (bei größeren Anlagen)
Messungen nach VDE
Folgende Messungen führen wir durch:
DC-Seite (Gleichstrom):
- Leerlaufspannung (Uoc) jedes Strings
- Kurzschlussstrom (Isc) jedes Strings
- Isolationswiderstand der DC-Leitungen
- Prüfung auf Erdschluss
AC-Seite (Wechselstrom):
- Netzimpedanz (Zi)
- Schleifenimpedanz
- Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD-Auslösetest)
- Isolationswiderstand
Schutzmaßnahmen:
- Durchgangsprüfung des Potentialausgleichs
- Prüfung der Schutzleiterverbindungen
Alle Messwerte werden dokumentiert und mit den Sollwerten verglichen.
Inbetriebnahme & Funktionstest
Was passiert:
- DC-Seite wird zugeschaltet (Module → Wechselrichter)
- AC-Seite wird zugeschaltet (Wechselrichter → Netz)
- Wechselrichter startet und synchronisiert sich mit dem Netz
- Wir prüfen die Anzeigen: Leistung, Spannung, Einspeisestart
- Kommunikation wird getestet (WLAN, App-Anbindung falls vorhanden)
- Bei Speicher: Lade-/Entladefunktion wird geprüft
Erfolgskriterium: "Die Anlage speist Strom ins Netz ein und alle Werte liegen im Normbereich."
Dokumentation & Protokoll
Was Sie erhalten:
- Inbetriebnahmeprotokoll mit allen Messwerten
- Prüfprotokoll nach VDE 0100-600 / VDE 0126
- Anlagendokumentation (Fotos, Stringplan, Komponentenliste)
- Mängelliste (falls Mängel vorhanden – mit Lösungsvorschlägen)
Diese Dokumente brauchen Sie für:
- Die Anmeldung beim Netzbetreiber
- Die Registrierung im Marktstammdatenregister
- Ihre Versicherung
- Eventuelle Garantieansprüche
Kundeneinweisung & Übergabe
Was wir Ihnen erklären:
- Wie funktioniert Ihre Anlage? (Einfach verständlich)
- Wo sehen Sie Ihre Erträge? (App, Display, Portal)
- Was bedeuten die Anzeigen am Wechselrichter?
- Wie verhalten Sie sich bei einer Störung?
- Wie lesen Sie Ihren Stromzähler richtig ab?
- Tipps zur Eigenverbrauchsoptimierung
Bei Speicher zusätzlich:
- Lade-/Entladezyklen verstehen
- Notstromfunktion (falls vorhanden)
- Winterbetrieb und Speicherpflege
Abschluss: "Sie erhalten alle Dokumente, wir beantworten Ihre letzten Fragen – und dann gehört die Anlage ganz Ihnen."
Zeitübersicht
Planen Sie ca. 2-3 Stunden für den Vor-Ort-Termin ein
| Schritt | Beschreibung | Dauer |
|---|---|---|
| 1 | Anfrage & Termin | 1-2 Tage |
| 2 | Ihre Vorbereitung | Vor dem Termin |
| 3 | Ankunft & Besprechung | 15 Min |
| 4 | Sichtprüfung | 30-45 Min |
| 5 | VDE-Messungen | 30-45 Min |
| 6 | Inbetriebnahme | 15-30 Min |
| 7 | Dokumentation | 15-20 Min |
| 8 | Einweisung | 20-30 Min |
| Gesamt vor Ort | ca. 2-3 Stunden | |
Was passiert danach?
Nach der erfolgreichen Abnahme unterstützen wir Sie bei allen weiteren Schritten – von der Anmeldung bis zur ersten Einspeisevergütung.
Netzbetreiber-Anmeldung
- Mit dem Inbetriebnahmeprotokoll können Sie (oder wir für Sie) die Anlage beim Netzbetreiber fertigmelden
- Der Netzbetreiber schaltet den Einspeisezähler frei oder tauscht ihn aus
- Ab jetzt erhalten Sie Einspeisevergütung
Marktstammdatenregister
- Innerhalb von 4 Wochen nach Inbetriebnahme muss die Anlage registriert werden
- Das können Sie selbst online erledigen – wir helfen gerne bei Fragen
- Ohne Registrierung keine Einspeisevergütung!
Langfristig
- Jährliche Sichtprüfung empfohlen (können Sie selbst machen)
- Alle 4 Jahre: Wiederholungsprüfung nach DGUV V3 (das machen wir gerne für Sie)
Netzanschluss & Anmeldung im Detail
Wir prüfen vorab, ob Ihr Zählerschrank bereit für den Netzbetreiber ist. Schicken Sie uns Fotos – wir sagen Ihnen, ob alles passt oder was noch angepasst werden muss.
Zählerschrank & Zählerwechsel
Für die Einspeisung benötigen Sie einen Zweirichtungszähler. Der Netzbetreiber tauscht Ihren alten Zähler aus – aber nur wenn der Zählerschrank normkonform vorbereitet ist.
Was wir prüfen:
- Zählerplatz nach aktueller TAB (Technische Anschlussbedingungen)
- Ausreichend Platz für Zweirichtungszähler
- Korrekte Absicherung und Verdrahtung
- SLS-Schalter vorhanden (falls erforderlich)
Tipp: Schicken Sie uns vorab Fotos Ihres Zählerschranks per WhatsApp – wir prüfen kostenlos, ob alles passt!
Technische Anschlussbedingungen (TAB)
Jeder Netzbetreiber hat eigene technische Anforderungen. Wir kennen die TAB der regionalen Netzbetreiber und stellen sicher, dass Ihre Anlage alle Vorgaben erfüllt.
Wichtige Anforderungen:
- NA-Schutz (Netz- und Anlagenschutz) im Wechselrichter
- Einspeisemanagement bei Anlagen über 25 kWp
- Korrekte Anmeldung vor Inbetriebnahme
- Inbetriebnahmeprotokoll nach VDE-AR-N 4105
Einspeisevergütung
Für jede eingespeiste Kilowattstunde erhalten Sie eine gesetzlich garantierte Vergütung über 20 Jahre.
Aktuelle Vergütungssätze (2024):
- • Anlagen bis 10 kWp: ca. 8,1 Cent/kWh
- • Anlagen 10-40 kWp: ca. 7,0 Cent/kWh
- • Volleinspeisung: höhere Vergütung möglich
Die Vergütung wird ab dem Tag der Inbetriebnahme berechnet – daher ist eine zügige Anmeldung wichtig!
Ablauf & Fristen
Vor der Installation
Netzanschlussbegehren beim Netzbetreiber einreichen
Nach der Abnahme
Fertigmeldung mit Inbetriebnahmeprotokoll einreichen
Innerhalb 4 Wochen
Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR)
Zählertausch
Netzbetreiber setzt Zweirichtungszähler – Einspeisung startet!
Häufige Fragen
Was kostet eine PV-Abnahme?
Die Kosten hängen von der Anlagengröße und dem Aufwand ab. Kontaktieren Sie uns für ein individuelles Angebot.
Was passiert, wenn Mängel gefunden werden?
Kleinere Mängel können oft direkt vor Ort besprochen und teilweise behoben werden. Bei größeren Mängeln erhalten Sie eine detaillierte Liste mit Lösungsvorschlägen. Nach Behebung kann ein Nachtermin vereinbart werden.
Muss ich selbst auf das Dach?
Nein, die Dachbegehung übernehmen wir. Sie müssen nur den Zugang ermöglichen (Leiter, Dachfenster o.ä.).
Wie schnell bekomme ich einen Termin?
In der Regel innerhalb von 1-2 Wochen. Bei dringenden Fällen versuchen wir, schneller zu reagieren.
Was passiert bei Stromausfall mit meiner PV-Anlage?
Bei einem Netzausfall schaltet sich Ihre PV-Anlage aus Sicherheitsgründen automatisch ab (Netz- und Anlagenschutz). Dies schützt Personen, die am Stromnetz arbeiten. Mit einem Batteriespeicher und Notstromfunktion können Sie bei Ausfall jedoch weiterhin Strom nutzen.
Wie oft muss die Anlage gewartet werden?
Eine jährliche Sichtprüfung wird empfohlen – diese können Sie selbst durchführen. Alle 4 Jahre sollte eine Wiederholungsprüfung nach DGUV V3 durch einen Fachbetrieb erfolgen. Bei Auffälligkeiten (Ertragsverlust, Fehlermeldungen) sollten Sie uns kontaktieren.
Was ist ein Stringplan?
Ein Stringplan zeigt die elektrische Verschaltung Ihrer PV-Module. Er dokumentiert, welche Module in Reihe geschaltet sind (= String) und an welchen Wechselrichter-Eingang sie angeschlossen sind. Der Stringplan ist wichtig für die Fehlersuche und wird bei der Abnahme benötigt.
Welche Fristen muss ich bei der Anmeldung beachten?
Die Anlage muss innerhalb von 4 Wochen nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister (MaStR) registriert werden. Die Fertigmeldung beim Netzbetreiber sollte zeitnah nach der Inbetriebnahme erfolgen, damit der Zählertausch und die Einspeisevergütung starten können.
Brauche ich eine Genehmigung für meine PV-Anlage?
In den meisten Fällen sind Aufdach-Anlagen auf Wohngebäuden genehmigungsfrei. Bei denkmalgeschützten Gebäuden, in Neubaugebieten mit speziellen Vorschriften oder bei Freiflächenanlagen kann eine Genehmigung erforderlich sein. Erkundigen Sie sich im Zweifel bei Ihrer Gemeinde.
Was ist das Marktstammdatenregister (MaStR)?
Das MaStR ist ein zentrales Online-Register der Bundesnetzagentur, in dem alle Stromerzeugungsanlagen in Deutschland erfasst werden. Die Registrierung ist gesetzlich vorgeschrieben und Voraussetzung für die Einspeisevergütung. Die Anmeldung können Sie selbst online erledigen.
Wie hoch ist die aktuelle Einspeisevergütung?
Die Einspeisevergütung wird regelmäßig angepasst. Für Anlagen bis 10 kWp liegt sie aktuell bei ca. 8 Cent/kWh (Stand 2024). Die genauen Werte finden Sie auf der Website der Bundesnetzagentur. Eigenverbrauch ist wirtschaftlich meist attraktiver als Volleinspeisung.
Lohnt sich ein Batteriespeicher?
Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch von ca. 30% auf bis zu 70-80%. Ob sich das wirtschaftlich lohnt, hängt von Ihrem Stromverbrauchsprofil, den Speicherkosten und den Strompreisen ab. Bei hohem Abendverbrauch und steigenden Strompreisen kann sich ein Speicher innerhalb von 10-15 Jahren amortisieren.
Darf ich meine PV-Anlage selbst installieren?
Die mechanische Montage der Module auf dem Dach dürfen Sie selbst durchführen. Die elektrische Installation (DC-Verkabelung, Wechselrichter-Anschluss, AC-Anschluss ans Hausnetz) muss jedoch von einer Elektrofachkraft ausgeführt oder zumindest abgenommen werden.
Was muss ein Elektriker machen?
Ein Elektriker muss mindestens: den AC-Anschluss des Wechselrichters ans Hausnetz herstellen, den Zählerschrank vorbereiten, die Schutzeinrichtungen (RCD, Leitungsschutz) installieren und die Anlage nach VDE-Normen prüfen. Ohne diese Arbeiten darf die Anlage nicht in Betrieb genommen werden.
Kontakt
ENTHIDA – Smart Energy Systems
Elektromeister Enes Dedic
Einsatzgebiet: Eggenfelden + 100km / Bayern
Telefon: +49 176 41234 614
E-Mail: info@enthida.de
